
Erntedankfest in Herrmannsdorf - Schwein gehabt, dabei gewesen zu sein - ein Bericht von Frank Helbig
Bilder von Frank Helbig
Ein Sonntag im Frühherbst, strahlend blauer Himmel, gute Laune, also beste Bedingungen, das Erntedankfest in Herrmannsdorf zu erleben. Also, rein ins Auto und auf geht's nach Herrmannsdorf. Man kann selbstverständlich auch öffentlich an- und abreisen. Es gibt einen Extra Bus-Shuttle von der S-Bahn Station Neuperlach Süd nach Herrmannsdorf und zurück.
Am Sonntag, 03.10.2010 von 11:00 Uhr bis 18:00Uhr fand in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten in 85625 Glonn das Erntedankfest statt. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei.



Noch bevor wir irgend etwas besichtigten, stärkten wir uns schon einmal am Raclette-Stand. Zu diesem Zeitpunkt musste man noch nicht in der Schlange stehen, um etwas zu bekommen. Danach nahmen wir an verschiedenen Führungen auf dem Gelände der Herrmannsdorfer Werkstätten teil. Die erste Führung war gleich ein besonderes Erlebnis, besonders für die vielen Kinder, die an der Führung teilnahmen. Die Kinder wurden nämlich noch vor ihren Eltern in die Backstube eingelassen. Draußen vor der Backstufe wurde den Eltern erst einmal erklärt, was es mit dem großen Ofen auf sich hat. In diesem Holzhofen wird das Herrmannsdorfer Holzofenbrot gebacken. Im Gegensatz zum Holzofenbrot manch anderer Hersteller bäckt man in Herrmannsdorf diese besondere Brotart komplett im Holzofen. Das Backen von Brot im Holzofen ist keine Erfindung heutiger Zeit. Im alten Griechenland hatte man Backöfen aus Lehm und beheizte diese direkt mit Holz. Die Buchenholzscheite brachten dabei die Ofenkammern auf eine Temperatur von etwa 600 grd C. Im Gewölbe des Ofens stieg die Hitze nach oben. Dadurch wurde die Oberhitze deutlich größer ist als die Unterhitze. Bevor das Brot in den Ofen kam, gönnte ein guter Bäcker dem Teig eine möglichst lange Ruhezeit. Die Asche wird während dessen aus dem Ofen gefegt, und die Schamottsteine lies man auf unter 300 grd C abkühlen. Erst danach wurde der Teig im Ofen "eingeschlossen" und etwa eine Stunde gebacken. Aufgrund der im Holzofen entstehenden besonderen Röst- und Geschmacksstoffe ist das Holzofenbrot auch heute noch etwas ganz Besonderes.
Nachdem wir das alles soweit verstanden hatten, lies uns der Bäckermeister in die Backstube. Dort hatten die Kinder gemeinsam mit den Back-Azubis bereits etwas vorbereitet. Sie hatten Brezen geformt, die nun in einen großen Backofen geschoben wurden. Der Bäckermeiseter erzählte dann noch einiges Wissenswerte über das Backen an sich und über das ökologische Backen im Besonderen.




Nach der sehr interessanten Führung in der Backstube, nahmen wir an der Führung in der Brauerei teil. Dort wurde uns der gesamte Prozeß des Bierbrauens erklärt. Am Ende der Führung gab es natürlich eine Kostprobe vom edlen Gebräu. Auf meine Frage, wie oft die Führung am Tag des Erntedankfestes durchgeführt wird, bekam ich zur Antwort: "Die Kostprobe gibt es für jeden Besucher nur bei der jeweils ersten Führung." Das war zwar nicht die korrekte Antwort auf meine Frage, aber es war genau das, was ich wissen wollte. 





Erntedankfest in Herrmannsdorf


